Diesmal: Die kleine Höhe.
Noch wird Wuppertal von schönen grünen Wiesen eingerahmt. Diese laden zu schönen Spaziergängen ein und werden zum Teil noch landwirtschaftlich genutzt. Leider haben es 30 Jahre falsche Förderung geschafft, dass sich die Viehhaltung für Kleinbauern nicht mehr lohnt, sonst würden auf den Wiesen und Weiden noch mehr Schafe, Kühe und Rinder weiden und diese wertvollen Grünflächen erhalten helfen.
Glücklicherweise ist es gelungen einige dieser Flächen als Streuobstwiesen zu gewinnen, aber das reicht in meinen Augen nicht aus. (Wobei hinzukommt, dass eine gute Streuobstwiese dringend eine Beweidung benötigt, da diese gegen Wühlmäuse hilft.)
Doch diese wichtigen Naherholungs- und Naturflächen sind akut bedroht. Schon mehrfach hat die IHK angekündigt, dass sie Widerstände in der Bevölkerung gegen eine weitere Bebauung mit Gewerbeflächen etc aufbrechen und bekämpfen möchte.
Was unser OB von Wiesen und Weiden hält, hat er ja eindrücklich bei der Eröffnung des Gewerbegebietes in Sonnborn zum Besten gegeben. Dazu erspare ich mir weitere Kommentare, die nur beleidigend ausfallen würden.
Jetzt ist die “kleine Höhe” wieder im Gerede. Nicht als Windpark- oder Gewerbefläche sondern für die neue forensische Klinik. Ich frage mich, ob bei der bisherigen Polemik Argumentation gegen den geplanten Standort der forensischen Klinik, jetzt plötzlich die an die kleine Höhe anliegenden Wohngebiete und deren Bewohner einen geringeren Schutz verdienen?
Grünflächen besser schützen – neue flächensparende Gewerbekonzepte entwickeln
Bebautes Land ist für immer verloren. Erde und Boden steht uns natürlich gewachsen nur einmal zur Verfügung. Ist die Wiese, der Wald, die Naturfläche einmal bebaut, so kommt sie nie wieder zurück. Wie das ausschaut, wenn sich Gewerbe und Industrie krebsartig in die Landschaft ausbreiten, dass kann man sich in Radevormwald oder im etwas ferneren Attendorn anschauen.
Wir sollten uns überlegen, wie wir in Wuppertal mit unseren wenigen noch verbliebenen Naturflächen umgehen. Dabei spreche ich mich nicht gegen Gewerbe aus. Im Gegenteil. Wir hier in Wuppertal stehen vor der schwierigen Herausforderung aus wenig Fläche viel zu machen. Dies bedeutet die Entwicklung neuer und flächensparender Gewerbekonzepte. Wuppertal könnte Vorreiter einer flächenschonenden Gewerbe- und Wirtschaftspolitik sein. Das bedeutet: völlig neue Ansiedlungskonzepte sind zu entwickeln.
Zum Beispiel: Stärker in die Höhe wachsen. Parkplatzflächen vermeiden. Bebauung verdichten. Straßen und Verkehrsflächen minimieren. Wirtschaft wieder mehr in die Wohnbebauung integrieren.
Denn eins ist klar: Während in der Huppertsbergfabrik einst mehr als 200 Menschen arbeiteten, könnte man auf der gleichen Grundfläche mit einem gewerblichen Betrieb vielleicht noch 40 Menschen beschäftigen. Das heißt, dass neues Gewerbe mehr Fläche pro Arbeitsplatz verbraucht. Dieser Effekt wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken.